Startseite
Jahresarbeiten der 8. Klasse

Jahresarbeiten der 8. Klasse 02.+03.02.2018

Ein Kosmos an Kreativität

Die Präsentationen der Achtklassarbeiten der Waldorfschule Müllheim am 2. und 3. Februar waren auch dieses Jahr wieder ein Höhepunkt im Schuljahr. 33 Schülerinnen und Schüler zeigten in Einzelvorträgen und an individuell gestalteten Ständen die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema. In der Sporthalle waren Spannung und Aufregung waren groß – nicht nur bei dem Klassenlehrerteam Joachim Beck und Annika Kirschke. Und das wurde alles auf die Bühne gebracht: Ein Hund – Franka Muschiol zeigte, was sie ihm alles beigebracht hat. Ein Eiswagen – Elias Harder hatte ihn als Fahrradanhänger gebaut und stets waren ganze Trauben von Kindern und Erwachsenen um ihn und seine feinen Eissorten herum. Ein Xylophon – Josua Bühler hatte dieses Instrument mit den Ausmaßen eines Klaviers gebaut und spielte darauf vor. Ein Wasserfahrrad – Jonas Mucha hatte ein Kinderrad mit Schwimmkörpern versehen, sodass es auf dem Baggersee fahren konnte und es auch noch als Seeungeheuer ausstaffiert. Ein Hängesessel mit einem Rahmen aus Rattan und einem Geflecht aus verschiedenen Weidearten – Hannah Schumann saß darin und erklärte dessen spannende Entstehung. Ein Automobil aus der Designerschmiede von Maurice Delauré, in dem die meisten Kinder gerne mal eine Runde gefahren wären. Ein Bienenstock – Philomena Heß ließ sich auch von einer Bienenstichallergie nicht davon abhalten, die fleißigen Honiglieferanten zu pflegen und über sie zu informieren. Ein Landkite-Board – Jnan Golombek hatte es selbst gebaut und zeigte, wie er sich darauf mit Hilfe des Windes über die Landschaft ziehen lässt. Ein Insektenhotel – denn es gibt leider immer weniger Insekten. Einige davon können aber in der hübschen Herberge, die Luisa Herker ihnen gebaut hat, sicher und komfortabel überleben. Ein kurzes Theaterstück  - Lena Welz hat es inszeniert und mit Timo Bohr aus der 12. Klasse gekonnt auf die Bühne gebracht. Gleich vier Mädchen hatten sich Pferde zum Gegenstand ihrer Arbeiten gewählt. Lucia-Magali Engler hatte sogar eins mitgebracht und demonstrierte vor der Schule im Graupelschneegestöber einige Dressuren – für das Pferd eine Premiere! Die Kommunikation und die Körpersprache von Pferden brachte Maja Riepenhausen näher: nur einer kann der Boss sein, der Mensch oder sein Pferd. Den Bewegungsapparat des Pferdes erläuterte Annika Schubert am Modell und zeigte auch Bilder von Streck- und Dehnübungen mit ihren drei Vierbeinern. Lilli Lachmit begegnete den Pferden mit dem Zeichenblock und zeigte Studien von Pferden in Bewegung und Pferdeportraits – einige davon hatte Charlotte Bertleff in Aquarell koloriert, ansonsten präsentierte sie schön komponierte Stillleben und stimmungsvolle Landschaften. Marcel Burkart konnte seine Handarbeitslehrerin als Mentorin gewinnen und hatte eigens einen Nähkurs bei der Volkshochschule besucht. So konnte er einen Mitschüler mit einem T-Shirt, Hosen und einem Pullover mit überlangen Ärmeln auf den Laufsteg bringen. Lukas Eberle zeichnete perspektivisch Unmögliches im Stil von M.C. Escher – man konnte sich beim Anschauen die Augen verrenken. Landart beschäftigte Loreena Keiser, ihre Kunstwerke erschuf sie mitten in der Natur. Schade nur, dass diese mit der Zeit vergehen – aber auch der Zerfall gehört dazu und wurde von ihr dokumentiert. Eine Terrasse aus Holz hatte Tim-Luca Lindemann konstruiert und am eigenen Haus angebaut. Im Garten von Anika Lang ist nun eine Kräuterspirale zu bestaunen, die feine Kräuter liefert und selbst ein Kunstwerk ist. Neben Kräutern sind andere pflegende und duftende natürliche Zutaten in der Naturkosmetik zu finden, die Alina Hofmann komponiert hatte. Paul Quitté hatte einige Tricks mit seinem BMX Rad einstudiert und präsentierte sie auf der Bühne; gleich zwei Rampen hatte Frederick Schulze-Schilddorf gebaut und führte gewagte Sprünge darauf vor – sein Traum ist ein eigener BMX-Park. Darjush Sakha berichtete gute zehn Minuten lang über sein strapaziöses Triathlontraining – und das im Sitzen. Er strampelte dabei in hoher Frequenz auf seinem Rollenfahrrad – uns wäre nach einer Minute die Luft weggeblieben. Auf seinem „Weg zum Triathlon“ hat er nebenbei drei Wettkämpfe gewonnen. Leander Martin hat Tonstudios in Auggen und Köln aufgesucht und Filmsequenzen neu synchronisiert. Dies gelang ihm nicht nur auf technisch immer ausgeklügeltere Art, sondern auch mit einer ganz persönlichen Note von Originalität und Komik.  Anna Lorets Thema war der Kurzfilm. Sie zeigte, wie ihrem Team witzige Sequenzen gelungen waren und nicht weniger witzige in die Hosen gingen. Und dann gab es natürlich Tanz, Akrobatik und Show auf der Bühne. Zu gefährlich waren die Flüge von Maren Sänger als Cheerleaderin, diese gab es nur als Video. Dafür brachte Zarah Solovey mit Capoeira, der Tanzkampfkunst aus Brasilien, gleich die Freiburger Gruppe „Centro do mundo“ mit in die Arena. Julia Schneider tanzte K-Pop vor, von dieser koreanischen Popmusik wird man demnächst vielleicht dank der Olympiade noch mehr hören. Jula Meggle präsentierte rhythmische Sportgymnastik, eine olympische Sportart. Mit dem Reifen, ihrem Lieblingsgerät, dem Ball und dem Band wurde sie immer wieder von Beifall unterbrochen. Und ganz zum Schluss zeigte Noah Velte zunächst, wie die Chinesen über ihre Mauer schauen, nämlich mithilfe einer hohen, stehenden Kletterstange. An dieser demonstrierte er dann mit Chinese Pole eine Mischung aus statischer und Luftakrobatik, bei der einem Hören und Sehen vergehen konnte. Hannes Jäcksch war leider krank. Aus seiner Arbeit las Klassenlehrer Joachim Beck einige originelle Passagen über dessen Kletterleidenschaft und danach konnte man ihn noch in Filmbildern aus schwindelnder Höhe sehen. Die achte Klasse zeigte einen ganzen Kosmos aus Kreativität und Begeisterung und alle hatten ein Heimspiel! Auch noch bei der letzten Darbietung – Elisa Trefzer berichtete mit klarer Stimme über die Gebärdensprache Gehörloser, die sie erlernt und über die sie eine Broschüre für Hörende verfasst hat – applaudierte und jubelte das Publikum genau so herzlich wie bei der ersten. Niemand musste bei so viel Empathie Angst vor einem Hänger oder einem Blackout haben. Und das nach über zehn Stunden Programm, das Aufmerksamkeit verlangte und auch jederzeit bekam.

Herr Koschmieder

Hier finden Sie das Programm zu den Jahresarbeiten.