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Jahresarbeiten der 8. Klasse

Abifeier 06.07.2018

MÜLLHEIM. Strahlende Gesichter. Applaus dröhnt durch den Saal. Kameras klicken. Glücklich stehen 20 Schülerinnen und Schüler auf der Bühne und lassen sich für ihr bestandenes Abitur feiern. Dieser besondere Moment wurde kürzlich in der Waldorfschule Markgräflerland zelebriert.


Waldorfschule und Abitur – wie passt das zusammen, wird häufig gefragt. Die pädagogischen Werte der Waldorf-Philosophie scheinen in vielen Punkten den Regelungen des Abiturs zu widersprechen. Die Schüler bekommen normalerweise keine Noten, es werden keine Arbeiten geschrieben und man kann keine Punkte sammeln. Und doch ist Abitur an der Waldorfschule möglich – sogar mit gutem Erfolg!

Die offizielle Waldorfzeit endet nach dem 12. Schuljahr, ein Waldorfabschluss rundet diese Zeit ab. Das 13. Jahr sind die Schüler nun nicht mehr Waldorfschüler, sondern ganz "normale" Abiturienten. Und doch sieht Abitur hier etwas anders aus. Statt zwei Jahren haben die Schüler nur ein Jahr Zeit, sich intensiv auf die Prüfungen vorzubereiten. Es werden auch keine Punkte gesammelt, auf der Waldorfschule zählen zum Schluss nur die Abiturprüfungen selbst, also die schriftliche Prüfung. Ist die Leistung nicht zufrieden stellend, kann man ins Mündliche gehen, diese Note zählt 50 Prozent der Gesamtnote in einem Fach.

Abitur ist also möglich. Die Schüler schreiben die gleichen Prüfungen, nehmen denselben Stoff durch wie an anderen Gymnasien auch. Auch der Gesamtdurchschnitt ist auf Waldorfschulen mit dem der Gymnasien auf einer Höhe. Einen bemerkenswerten Unterschied gibt es jedoch noch zusätzlich: Die Vorbereitungen auf den großen Tag sind viel persönlicher, kompakter, im kleineren Kreis. 20 Abiturienten wurden unterstützend durch dieses eine Jahr durch engagierte Lehrer persönlich begleitet.

Dies wurde auf dem Abiball durch eine Urkundenverleihung sichtbar. Neben den Leistungspreisen in den einzelnen Fächern wurde jedem Schüler eine persönliche Urkunde verliehen, für etwas, das sie oder ihn durch die Jahre ausgezeichnet hat. Mit Humor und Zuneigung wurden die Schüler auf die Bühne geholt. Da gab es eine Urkunde für einen Schüler, der es schafft, immer genau eine Minute zu spät zum Unterricht zu kommen und durch sein strahlendes Lächeln jeglichen Strafen aus dem Weg zu gehen. Eine Urkunde zeichnete einen Schüler für seinen Optimismus und seine fröhliche Ausstrahlung aus. Die Entspannung und Gelassenheit einer Schülerin wurde ausgezeichnet. Viele Erinnerungen, die zeigen, dass Schüler und Lehrer in einem persönlichen Umfeld gelernt und gelehrt haben.


Von 20 Schülern haben 19 erfolgreich bestanden. Eine Schülerin hat das Fachabitur erhalten. Herzliche Umarmungen besiegeln eine Zeit, die sich durch Vertrauen, Humor und aufeinander eingehen auszeichnet. Das Jahr war kompakt und intensiv. Es war anstrengend, hat die Nerven strapaziert. Doch eben gerade durch dieses intensive Lernverhältnis sind alle gemeinsam an ihr Ziel gekommen.